Leb wohl Ari

Ich weiß, es war abzusehen, dennoch ist es mir sehr schwer gefallen. Heute gegen 17,30 Uhr ist Ari eingeschlafen, friedlich und ohne Schmerzen.

Sie fehlt mir sehr meine Ari.

Nach dem Tod meiner Mutter, hatte ich ja nicht mehr wirklich viel, aber ich hatte Ari und Babsy. Mit den beiden stundenlang spazieren zu gehen, es hat mich abgelenkt, die beiden vermutlich auch, weder Hitze, Schnee noch Regen hat uns aufhalten können. Wir liefen jeden Tag und immer wieder mal eine andere Strecke.

Als ich Anfang September 2005 vom Arzt die Diagnose Borreliose erfuhr, da bin ich zusammengeklappt, ich weiß noch, dass der Doc einen Arzt für mich kommen lassen wollte. Besiegt haben Ari und ich die Krankheit nicht, aber wir haben sie in den Griff bekommen.

August 2006 hatte sie eine Warze an einer der Tatzen des rechten Vorderlaufs, den Gummistiefel, den sie tragen musste, damit kein Dreck in die Wunde kam, mochte sie überhaupt nicht. Wie oft sie sich den abgezogen hatte.

Im März 2008 dann die Diagnose Arthrose in der Hüfte. Und ja, ich hätte sie dafür operieren lassen.

Dann der Schock im Juni: Krebs – bösartig und sehr aggressiv!

Von da an war sie in Behandlung, aber es half nicht. Sie war schmerzfrei, und lebenslustig als wenn es keinen Krebs geben würde. Es war eine Beruhigung für uns, dass sie noch voller Lebensfreude war.

Im November fing es dann an, dass sie Probleme mit der Verdauung bekam, sie konnte und konnte nicht. Als Konsequenz daraus hat sie weniger gefressen. Der Krebs hatte die Därme angegriffen.

Jetzt konnte man zusehen, wie schnell sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte. Mein Vater wollte sie ja noch vor Weihnachten einschläfern lassen, das wollte ich nicht.

Die Fahrt an Weihnachten nach Frankfurt hat sie sehr mitgenommen, es war ein Fehler dorthin zu fahren. Ich habe es im Vorfeld geahnt und leider recht behalten.

In den letzten Tagen durfte Ari wieder all das was sie nicht sollte, ins Bett meiner Eltern springen, dort schlafen, auch wenn mein Vater dagegen war. Am Samstag fuhr ich extra nach Warburg um ihr getrocknete Lunge zu kaufen, die hat sie immer gerne gefressen, sie wollte aber nichts fressen. Nudelauflauf, auch den hat sie immer gerne gefressen, extra für sie gemacht, sie rührte ihn nicht an. Nur die schlesischen Weißwürste und den Schweinebraten mit Kartoffeln und Rotkohl hat sie gefressen. Für einen kleinen Augenblick war es wie früher.

Ein letztes Mal ging ich mit ihr in den vergangen Tagen auf dem Drenker Feld, Lauenförder Feld und am Forellenhof im Solling spazieren.

Der Entschluss sie zu erlösen fiel am 2. Weihnachtstag, Ari wollte nicht mehr wirklich laufen. Mitten im Spaziergang blieb sie stehen und drehte um. Selbst als das mit der Warze an der Pfote war, wollte sie laufen.

Heute Vormittag bin ich zum letzten Mal mit Ihr und Babsy am alten Dreiländereck spazieren gegangen. Das letzte mal, als ich das tat, das war der 1. April 2005 mit meiner Mutter, seitdem war ich nicht mehr dagewesen. Bei diesem Spaziergang sind auch die Aufnahmen entstanden.


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Nachdem wir dann wieder zu Hause waren, hat sie sich auch gleich auf ihr Kissen gelegt und blieb liegen. Den ganzen Tag habe ich heute mit ihr verbracht. Hin und wieder sah sie mich an, als wenn sie mich bitten würde, dass ich was tun solle.

Die Fahrt nach Hofgeismar war nicht leicht, nein das war sie gewiss nicht.

Beim Tierarzt angekommen, wollte Ari auch gleich freiwillig in das Behandlungszimmer, es war das erste Mal, dass sie das wollte. Es war als wenn sie meinem Vater und mir, damit zu verstehen geben wollte, dass wir das Richtige tun. Was es natürlich nicht leichter für uns machte.

Ich war damals dagegen, einen dritten Hund ins Haus zu nehmen, aber als ich dann Ari und ihre beiden Brüder auf uns zu rennen sah, kleine Fellknäuls auf viel zu langen Beinen und als Ari dann auch noch unter mein Sweatshirt kroch um mit mir aus eben diesem zu sehen, da war es geschehen, ich schloss sie tief in mein Herz.

Uns, meinem Vater und mir, bleibt nur der Trost, dass sich Ari jetzt nicht mehr quälen muss und dass sie keine Schmerzen mehr hat.

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