Dienstleistungen

Ich hatte heute früh das Glück, Freitag früh das Pech eines Steinschlages gehabt zu haben und daher heute von Carglass mit dem Taxi ins Büro zu fahren. Glück insofern, als dass Carglass mir die Fahrt finanziert 😉 ein klasse Service anbei bemerkt.

Ich habe den Fahrer freundlich begrüsst, bin eingestiegen und habe mein Fahrtziel genannt – so wie ich das für richtig erachte. Er begrüste mich ebenfalls und startete mit freundlichem aber neutralem Gesichtsausdruck die Fahrt. Kein Wort weiter zu mir. Dann habe ich bemerkt, dass ich immer wieder über die Art fasziniert bin, wie Taxen besondere Situationen im Strassenverkehr meistern – offenbar die Einladung zu einem Dialog 😉

Ich hatte dann während der Fahrt ein interessantes Gespräch mit dem Fahrer. Er beklagte sich in keiner Weise über seine Kundschaft, eröffnete mir aber einen Blick in seine Erfahrungen. Berichtete von Patientenfahrten am Tag und von Partygästen am Abend. Der Grossteil seiner Kundschaft scheinen aber Geschäftsleute zu sein. Geschäftsleute, die wohl teilweise nichtmal Guten Morgen sagen, nur ein Fahrtziel wie ‚äh Flughafen‘ murmeln und dann ihr Telefonat fortsetzen, im allgemeinen auch Menschen die aufs übelste über Kollegen lästern, die fast pervers detailreich über ihr Liebesleben plaudern oder ganze Beziehungsdramen abhandeln.

Was ist ein Taxifahrer in meinen Augen: Das ist recht simpel. Er ist derjenige, der mir eine Dienstleistung erbringt. Insofern ist er meinem Fernseher oder meinem Smartphone nicht unähnlich. Mit meinem Fernseher rede ich auch nicht oder erzähl ihm was. Ich nehm ihn auch nicht war wenn ich mich im Zimmer mit Menschen unterhalte oder telefoniere. Von ihm unterscheidet sich der Fahrer indem er zu allererst mal ein Mensch ist, eine Persönlichkeit hat, er individuelle Entscheidungen trifft – das macht mein Fernseher hoffentlich nicht. Warum sollte ich einen Taxifahrer also wie Luft behandeln? Das eröffnet sich mir nicht. Zumindest freundliches Begrüssen gehört zum Mindesten an Anstand, eine Verabschiedung mit Bedanken selbstredend (sofern die Fahrt angenehm und bedankenswert war 😆 ).

Wie gesagt, er hat sich nicht beklagt, nur etwas drüber gesprochen, wie seine Fahrten so sind. Was mich heute den ganzen Tag beschäftigt: Leben wir inzwischen in einer Gesellschaft in der eine Dienstleistung nur mehr als Ware behandelt wird und der Dienstleister selbst keine Beachtung mehr geniesst? Wenn dem so wäre, ist dann Dienstleister zu sein überhaupt eine dankbare Aufgabe die jemand gern macht?

Ich persönlich bin froh, dass sich jemand bereit erklärt hat, mich mit einem PKW durch die Strassen der Hansestadt zu bringen. Dass er dafür auch Geld bekommt ist erstmal unerheblich. Ich brauchte nicht nach nem Bus Ausschau halten und war sehr schnell und direkt dort, wo ich gern hin wollte. Wie das wohl generell im Dienstleistungssektor so ausschaut… ?

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