Weiterbildung gemäß Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz

Nachdem ich mich ja selber nicht habe entscheiden können, bzw. genauer gesagt wollen, ob ich meine Fahrerlaubnis nächstes Jahr für weitere 5 Jahre in den Klassen C und CE verlängern werde oder nicht, hat mein Chef ja da das Ruder in die Hand genommen.

Gemäß der EU Richtlinie 2003/59/EG sind ja die Weiterbildungskurse, neben einem Gesundheits-Check, zwingende Voraussetzung um die Verlängerung der Fahrerlaubnis zu bekommen. (Von den noch und bis zum Teil auch bis 2016 gültigen Ausnahmen, sehe ich einfach mal drüber hinweg…)

Im deutschen haben wir dazu das „Gesetz über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- oder Personenverkehr“ und die dazu gehörende „Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (BKrFQG)“

Diese Weiterbildung wird in 5 Modulen abgehalten:

  • Eco-Training
  • Sozialvorschriften im Güterverkehr LKW
  • Sicherheitstechnik und Fahrsicherheit LKW
  • Schaltstelle Fahrer LKW
  • Ladungssicherung LKW

Für mich war heute Modul 4 „Schaltstelle Fahrer“ angesagt…
Schon im Vorfeld wusste ich, unnütze Zeitvergeudung! Alles was man mir heute erläutert hat, wie man sich als Fahrer angemessen zu verhalten hat, dass man Repräsentant des Unternehmens ist, wie man was man zu wem wie sagt, was die Aufgaben eines Fahrers sind, etc… nichts wirklich neues.

Natürlich kenne ich genügend Fahrer, für die das alles Neuland werden wird…, sofern diese das dann überhaupt verstehen.

Leider hat man die Weiterbildungspflicht so angelegt, dass zwar sie eine Menge Zeit und Geld kostet, und somit für die diversen Veranstalter eine Lizenz zum Geld drucken ist (da man ja auch wieder vergessen hat, eine Kostendeckelung fest zu schreiben), aber dass die reine Anwesenheit völlig ausreicht um die Weiterbildung zu erhalten.

Hier hätte der Gesetzgeber einen Abschlusstest, der zwingend bestanden werden muss, vorschreiben müssen!

Aber so wird nach meiner Meinung weder die Verkehrssicherheit erhöht, noch das Ansehen des Berufes im allgemeinen gefördert, geschweige denn ’schwarze Schafe‘ aus gesiebt.

4 Kommentare

  1. Hast du die Quali in einer normalen Fahrschule gemacht oder bei einem größeren Verein wie DEKRA oder TÜV?
    Damit ein Fahrlehrer so eine Ausbildung durchführen darf, muss er (angeblich) zw. 25.000 und 30.000 Euro investieren. Da versucht natürlich jeder Fahrlehrer die Kurse so schnell wie möglich o voll wie möglich zu bekommen. Bei meinem bisher einzige Kurs saßen wir mit 35 Leuten in einem kleinen Unterrichtraum. Da war man irgendwie über jeden Desinteressierten der schweigt oder schläft erfreut.

    Mittlerweile versuchen wir mit einer ortsansässige Fahrschule Pakete auszuhandeln. Bessere Konditionen für uns (geringerer Preis, weniger Teilnehmer) und sichere Aufträge für die Fahrschule. ADR, Quali, Tachoschulung, usw. wird jetzt alles bei einer Fahrschule gemacht.
    So stimmt auch ein wenig die Qualität, man kann mal was fragen oder über bestimmte Themen intensiver diskutieren. Dann ist es wenigstens nicht verschwendetet Zeit.

    Aber anstatt dem blöden „Schaltstelle Fahrer“ hätten sie mal einen Erste Hilfe Kurs einfügen können. Wäre aus meiner Sicht deutlich sinnvoller gewesen.

  2. Das Modul „Schaltstelle Fahrer“ ist so ziemlich der dämlichste Teil von allen 5 Modulen!
    Wer dort tatsächlich noch etwas lernt, ist entweder kein Kraftfahrer, und/oder hat sein Hirn schon vor Jahren irgendwo vergessen.
    Das ist aus meiner Sicht eine Wunschbeigabe der PKW-Lobby, der wir ja auch den unheimlich guten Ruf zu verdanken haben.

    Aber es hilft alles nichts – wer in diesem Beruf bleiben will, muss da (vorerst) durch. Aber ich bin guter Hoffnung, dass dieses Gedrönse noch x mal geändert wird.

    Ich für meinen Teil würde mir ebenfalls wünschen, dass zumindest die Grundquali zumindest eine Art Test beinhaltet, damit man nicht einfach nur eine Kopie seines Ausweises irgendwo hinschicken muss, um dann eine Teilnahmebestätigung zu erhalten, während man froh und munter seine Tour heruntergerissen hat.

    Auch finde ich es extrem weltfremd, wenn Fahrschulen den Teil „Eco-training“ lediglich theoretisch abhandeln – da MUSS aus meiner Sicht auch eine praktische Fahrstunde dabei sein, denn machen wir uns nichts vor, jeder hat seinen eigenen Fahrstil, und ohne dass man gesagt bekommt, was man gerade falsch macht, ändert sich niemand. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.