Reflexionen des Leben

Seit ich online unterwegs bin, 1994 um genau zu sein, chatte ich.

Mal mehr mal weniger, wie sich das so ergibt. Gut damals, in der goldenen Zeit des INet, alles war neu, keiner wusste wirklich warum und wieso das alles funzte (obwohl das heute vermutlich genauso viele wissen wie damals….)

Ganz am Anfang meiner Internetzeit ging ich, viele wird das vlt. jetzt wundern, mit AOL online. Die Software war die Version 2.0 😉

In all diesen Jahren kamen und gingen die Online-Kontakte.

1999 kam ich dann, über Norialis, auf ICQ.

War das eine Welt. Chatten, ich konnte wieder chatten….. Hatte ich doch seit meiner Trennung von AOL, das Chatten vermißt.

Online-Freunde kamen und gingen, nur ganz wenige kennen mehr als einen meiner zahlreichen Chat-Accounts. ICQ, Aim, MSN und Yahoo, überall dort habe ich Accounts, und immer mehr als nur einen *g* Und keiner kennt sie alle *frech g*
Nicht überall bin ich der Spacefalcon, die Person, die man leicht bis zu mir zurückverfolgen kann.

Zu sehr vielen Kontakten von damals habe ich keinen Kontakt mehr. In vielerlei Hinsicht, leider!

Und immer wieder vermischen sich Virtualität und Realität.

Als ich im Oktober 2005 erfuhr, dass ein Online-Freund gestorben war, musste ich mich nicht nur setzen sondern mir auch die Tränen aus den Augen wischen.
Immer wieder haben wir uns fest vorgenommen, wenn wir telephonierten oder chatteten, irgendwann treffen wir uns!
Getroffen haben wir uns nie. Auf seiner Beerdigung in Köln war ich dennoch!

So ist das eben im Leben.
Vorhaben und Umsetzung.

Nicht immer läßt es sich vereinbaren. Ich habe auch die feste Absicht irgendwann mal nach Aachen, Berlin und Wien zu fahren. Da bin ich mir aber ehrlich gesagt auch noch nicht wirklich sicher, ob das jemals was werden wird, ebenso München.

In den letzten Monaten verspüre ich immer weniger den Drall in einem Messenger online zu gehen. Wieso genau, weiß ich auch nicht wirklich. Gut solche Phasen hatte ich immer schon das eine oder andere Mal, aber niemals zuvor so stark wie jetzt.

Vlt. liegt es daran, dass mir der eine oder andere Online-Kontakt fehlt. Die Flachserei, der gemeinsam betriebene Schabernack in diversen Foren….. Ich weiß es eigentlich nicht wirklich. Aber parallel dazu hat auch meine Lust zu Telephonaten rapide abgenommen, was ja die Theorie von gerade wieder über den Haufen wirft. Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. (Und nein diesmal meine ich NICHT den süddeutschen Raum, ich meine den nördlichen!)

Im Grunde weiß ich nur eines, ohne INet und die ganze virtuelle Welt möchte ich aber auch nicht mehr leben!

Vielleicht sollte ich meine virtuelle Identität, ähnlich wie die Überlegungen einiger Wissenschaftler das INet betreffend, einfach reseten und wieder bei Null an und einem neuen Namen anfangen…..

Keine Kommentare

  1. Also ehrlich gesagt verstehe ich den Satz Aber parallel dazu hat auch meine Lust zu Telephonaten rapide abgenommen, was ja die Theorie von gerade wieder über den Haufen wirft. Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. nicht wirklich, aber du wirst schon wissen.

    Einen Grund, wieso du so wenig Lust aufs chatten hast, hast du dir m.E. selbst gegeben: Wer in all den Chatprogrammen vertreten ist und überall, wie du selbst sagst, MEHR als einen Account hat, leidet vielleicht an einem Buffer-Overflow.

    Ich würd da ganz platt vorschlagen: Mach mal Pause.

    Faszinieren finde ich, dass du nichts von IRC oder MIrc oder dergleichen geschrieben hast – da hätte ich dich auch vermutet.

  2. Schön, dass Du mir die Möglichkeit gibst, etwas zu dem Thema zu sagen.

    Vor allem geht es mir um die Online-Freundschaften, die kommen und gehen und um die von Dir angesprochene Vermischung von Realität und Virtualität.

    Dazu wollte ich sagen, dass ich eigentlich Foren oder Chats weniger als „virtuell“ ansehe. Auch die Freundschaften, die dort entstehen empfinde ich nicht als weniger wert als „reale“ – denn schließlich sind hinter den Nicks ja auch richtige Menschen; Menschen, die man halt noch nie „live“ gesehen hat – was aber ja nicht ausgeschlossen ist, das das auch mal passiert, wie Du ja selber weißt.

    Ob diese Online-Freundschaften kommen und dann auch wieder gehen, das liegt meines Erachtens an uns selbst. Freundschaften muß man pflegen, wenn einem etwas daran liegt, egal, wie oder wo sie entstanden sind.

    „Virtuell“ sind für mich eher Spiele, auch so Rollenspiele, die man online spielt – da bewegt man sich in einer konstruierten Welt, die es so nicht gibt. Wenn man so will, ist das dann eine Art Flucht vor der Realität in die Virtualität …

    Ja, soviel also von mir dazu …

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